Typische Holding-Strukturen
In der Praxis kommen verschiedene Holdingstrukturen zum Einsatz. Die Wahl der optimalen Struktur hängt von der Anzahl der Beteiligungen, der Branche, der internationalen Ausrichtung und der steuerlichen Zielsetzung ab.
Mutter-Tochter-Struktur (einfache Holding)
Die klassische und häufigste Struktur besteht aus einer Holdinggesellschaft (Mutter) und einer oder mehreren operativen Tochtergesellschaften.
Aufbau: Die Holding-AG hält 100 % der Aktien an einer oder mehreren operativen AGs oder GmbHs. Die Tochtergesellschaften führen das operative Geschäft. Gewinne fliessen als Dividenden an die Holding, die diese dank Beteiligungsabzug steuerfrei vereinnahmt.
Geeignet für: KMU-Inhaber, die ihre operative Gesellschaft von der Vermögens- und Beteiligungsebene trennen möchten. Typisches Beispiel: Ein Unternehmer hält seine operative GmbH und eine Immobilie über eine Holding-AG.
Schwestergesellschaften unter einer Holding
Bei dieser Struktur hält die Holding-AG Beteiligungen an mehreren gleichrangigen Tochtergesellschaften, die verschiedene Geschäftsfelder abdecken.
Aufbau: Die Holding-AG hält jeweils 100 % (oder Mehrheitsbeteiligungen) an mehreren operativen Gesellschaften. Die Tochtergesellschaften operieren unabhängig voneinander. Die Holding übernimmt zentrale Funktionen (Finanzierung, Strategie, ggf. Shared Services).
Geeignet für: Unternehmer mit mehreren Geschäftsfeldern, die voneinander getrennt werden sollen — etwa eine Handels-AG, eine Immobilien-AG und eine Beratungs-GmbH. Im Falle von Schwierigkeiten in einem Geschäftsfeld bleiben die anderen Gesellschaften geschützt.
Doppelholding-Struktur
Eine erweiterte Variante besteht aus zwei Holdingstufen: Die natürliche Person hält eine persönliche Holding (oft als «Personal Holding» bezeichnet), die wiederum Anteile an einer Gruppenholding hält.
Aufbau: Der Unternehmer hält 100 % der Aktien an seiner persönlichen Holding-AG. Diese hält eine Mehrheitsbeteiligung an einer Gruppen-Holding-AG, die wiederum die operativen Tochtergesellschaften hält.
Geeignet für: Situationen, in denen ein Teilverkauf der operativen Gruppe geplant ist, weitere Investoren auf Ebene der Gruppenholding einsteigen sollen, oder eine zusätzliche Risikotrennung gewünscht wird.
Internationale Holdingstruktur
Für Unternehmen mit internationaler Geschäftstätigkeit bietet die Schweiz dank ihres umfangreichen Netzwerks an Doppelbesteuerungsabkommen (über 100 Abkommen) ideale Voraussetzungen als Holdingstandort.
Aufbau: Eine Schweizer Holding-AG hält Beteiligungen an Tochtergesellschaften im Ausland. Dividenden und Kapitalgewinne fliessen unter Nutzung der DBA-Quellensteuerreduktionen und des schweizerischen Beteiligungsabzugs an die Holding.
Geeignet für: Internationale Unternehmer, die eine zentrale Beteiligungsstruktur in einem politisch und wirtschaftlich stabilen Land suchen.